„Warum Israel“ am Yom Ha’atzmaut

Am 29. November 1947 hatte die Vollversammlung der Vereinten Nationen mehrheitlich die Aufteilung des bisherigen britischen Mandatsgebietes Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat, bei gleichzeitigem Abzug der britischen Armee, beschlossen. Während die jüdische Seite dieser Zwei-Staaten-Lösung zustimmte, wurde sie von arabischer Seite abgelehnt.

Das britische Mandat endete am 14. Mai 1948 (entsprechend dem 5. Ijjar 5708 jüdischer Zeitrechnung) um Mitternacht. Da der darauffolgende Tag jedoch ein Shabbat war und für religiöse Juden auch politische Aktionen dann nicht denkbar sind, wurde die Ausrufung des neuen Judenstaates auf den Nachmittag vorgezogen. Gegen 16 Uhr fand sich der Jüdische Nationalrat unter Führung von David Ben Gurion im Stadtmuseum von Tel Aviv ein. Obwohl der Ort bis zuletzt geheim gehalten wurde, versammelte sich eine großer Menschenmenge vor dem Gebäude. Die Unabhängigkeitserklärung des neuen Staates Israel orientierte sich an der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Nach fast 2000 Jahren Vertreibung, Diaspora, Verfolgung und Holocaust proklamierten Juden wieder einen Staat auf historischen Grund. Die Unabhängigkeitserklärung schloss mit einem Appell an die arabische Bevölkerung Palästinas, den Weg der friedlichen Kooperation zu gehen.

Doch dieser wurde nicht gewählt. Unmittelbar nach Abzug der Briten erklärten sämtliche Nachbarstaaten und der Irak Israel den Krieg. Wohl niemand rechnete damit, dass dieser gerade erst gegründete Staat in der Lage ist, sich gegen so übermächtige Feinde zu verteidigen. Es war der absolute Wille nach dem Holocaust nie wieder vertrieben zu werden einerseits, wie auch die völlige Unkoordiniertheit der sich untereinander zutiefst misstrauenden arabischen Nationen andererseits, die diesen Sieg Davids gegen Goliath möglich machten. Die arabische Bevölkerung, die sich später Palästinenser nennen sollten, wurden nicht zum letzten Mal Opfer der Kurzsichtigkeit ihrer politischen Führung.

Seit dieser Zeit wird in Israel jährlich am 5. Ijjar der Yom Ha’atzmaut, der Tag der Unabhängigkeit gefeiert, in diesem Jahr am 19. April. Der LAK Shalom Hamburg nutzt den 70. Jahrestag dieser Unabhängigkeit für eine Filmvorführung:

Warum Israel

Dokumentarfilm von Claude Lanzmann, 1973

am 19. April 2018, 20 Uhr

Vor-Ort-Büro Hansaplatz

Zimmerpforte 8

Claude Lanzmann ist französischer Jude, der ohne Bezug zur jüdischen Religion oder Kultur aufgewachsen ist und diese Identität nur in Form von Antisemitismus erlebt hat. In seiner Dokumentation stellt er verschiedene Stimmen im damals 25 Jahre jungen Staat Israel vor. Er ist auf der Suche nach der jüdischen Normalität. In Hamburg erregte der Film im Jahr 2009 einigen Wirbel, als ein antisemitischer Mob aus dem Umfeld der B5 eine entsprechende Vorführung verhinderte.

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