Stellungnahme zu der Ankündigung Xavier Naidoo die Echo-Verleihung 2017 moderieren zu lassen:

Xaver Naidoo sorgt für mediale Aufmerksamkeit. Schon während der Ankündigung einer Konzerttour im Oktober letzten Jahres erntete der umstrittene Sänger auf den Kommentarspalten seiner Facebook-Veranstaltungen tausende abwertende Kommentare. So geschehen auch in Hamburg. Das Hamburger Abendbaltt berichtete: »Was ist das nur für ein Shitstorm um Xavier Naidoo?«. Angefangen hatte der Shitstorm schon als der Sänger für den Eurovision Song Contest (ESC) 2015 durch den Norddeutschen Rundfunk (NDR) nominiert wurde. Der Sänger ist bekannt durch realititätsferne Aussagen wie diese, 2011 im Morgenmagazin:

Hat Deutschland eine Verfassung? Ist Deutschland noch besetzt? Tut die NSA gar nichts Verbotenes, sondern darf er das eigentlich sogar, weil die Deutschen es ihr per Gesetz erlauben? Weil wir eigentlich gar kein richtiges Land sind. Weil wir immer noch besetzt sind.

Oder in seinem Lied „Raus aus dem Reichstag“:

Wie die Jungs von der Keinherzbank, die mit unserer Kohle zocken
Ihr wart sehr, sehr böse, steht bepisst in euren Socken
Baron Totschild gibt den Ton an, und er scheißt auf euch Gockel
Der Schmock ist’n Fuchs und ihr seid nur Trottel.

Oder der Liedtext dieses lyrischen „Meisterwerks“ Namens „Wo sind sie jetzt“ was er mit Kool Savas aufgenommen und performet hat:

„Trotzdem würde ich euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch euch die Klöten. Ihr habt einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist? Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?“

Wir könnten jetzt noch einen kleinen Wälzer füllen mit Aussagen die Xavier Naidoo, bekennender Anhänger der Reichsbürger, Bediener antisemitischer Ressentiments, in der Kritik stehender Homophober, gesagt hat. Diesem Menschen wird eine Bühne gegeben, die er mit seiner kritikrdigen Reichsbürgerideologie füllen kann. Dies ist unter allen Umständen zu verhindern. Es darf nicht sein, dass ein Mensch der durch menschenfeindliche Aussagen auffiel, einen der größten deutschen Musikpreise moderieren soll. Er mag musikalisch etwas erreicht haben, dies steht aber in keinem Verhältnis zu der gesellschaftlichen Sprengkraft seiner Aussagen!

In einer Zeit, in der ein Rechtsruck in unserer Gesellschaft zu verspüren ist, rassistische und antisemitische Übergriffe zunehmen, ist ein Moderator, der auf anderen Bühnen antisemitisches, völkisches, rechtsradikales und menschenfeindliches Gedankengut verbreitet hat, auch bei einem scheinbar unpolitischen Event unerträglich! Erst Recht auf einer Fernseh-Bühne mit Kameras und Mikrofonen.

Aus diesem Grund distanzieren wir uns als LAK Shalom Hamburg von der Wahl dieses – mehr als ungeeigneten – Moderators und fordern die Verantwortlichen des Echos auf, ihre Auswahl zu überdenken und den Platz neu zu besetzen.

Wir möchte uns hier ganz herzlich bei unserem Co-Autoren Bastian Stock bedanken ohne diesen unsere Stellungnahme nicht möglich gewesen wäre.

Weitere Quellen:

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