Redebeitrag anlässlich des Konzertes der Band Algiers

Die Band „Algiers“ gehört der Gruppe „Artists for Palestine“ an, die wiederum der Boykott-Kampagne BDS nahesteht. Anlässlich ihres Auftritts auf dem Campus-Festival „Pflasterstrand“ an der Uni Hamburg, wurde am 14. Juli folgender Redebeitrag im Namen des LAK Shalom vorgetragen:

Boykott wurde von Antisemiten als Aktionsform schon früh genutzt. Es ging darum, die Emanzipation der Juden zu verhindern und sie aus dem öffentlichen und gesellschaftlichen Leben herauszudrängen. Der bekannteste Judenboykott war dann der der Nazis 1933. Der Staat Israel ist eine direkte Folge des Holocausts. Wer dieses Land mit Methoden delegitimiert, die an die alten Antisemiten erinnern, muss sich nicht wundern, wenn er mit diesen verglichen wird.

Auch gab es schon lange vor der Gründung von BDS 2005 viele Boykott-Aufrufe, die sich gegen die Juden in Palästina richteten. Diese richteten sich in der Folge auch und vor allem gegen Araber, die ein friedliches Zusammenleben mit Juden befürworteten.

BDS fordert heutzutage nicht nur einen Boykott israelischer Waren, sondern auch etwa den Abbruch akademischer Kooperationen. Nicht einmal Schüleraustausche sollen stattfinden. Das Bündnis „Artists for Palestine“ setzt Musiker, die in Israel Konzerte geben, massiv unter Druck diese abzusagen. Hier wird eine Kollektivstrafe gegen eine Nation mit rund acht Millionen Einwohnern, unterschiedlichster politischer Ansichten, gefordert.

Oberflächlich betrachtet könnte man also BDS fehlende Empathie, Unversöhnlichkeit und eine einseitige Parteinahme vorwerfen. Es ist aber noch schlimmer.

Eine zentrale Forderung von BDS und „Artists for Palestine“ ist das sogenannte Recht auf Rückkehr. Den Enkeln und Urenkeln der Palästina-Flüchtlinge soll damit eine Ansiedlung im heutigen Israel ermöglicht werden. Dies ist eine deutliche Absage an eine Zwei-Staaten-Lösung und eine verklausulierte Forderung nach der Auslöschung Israels.

Dabei gibt sich BDS gerne als friedliche und zivilgesellschaftliche Initiative. Erstunterzeichner der BDS-Kampagne ist aber der „Council of National and Islamic Forces in Palestine“, dem wiederum die Hamas angehört. Die Hamas ist nicht gerade eine friedliche und zivilgesellschaftliche Organisation.

Wie sieht nun die Realität der BDS-Kampagne aus? In Folge internationaler Proteste und Boykotte musste etwa die Firma Sodastream 2015 ihr Werk vom Westjordanland ins israelische Kernland verlegen. Hunderte Palästinenser wurden daraufhin arbeitslos und wohl keiner von ihnen wird je wieder einen so gut bezahlten Job mit Sozialversicherung finden können. Wenn Palästinenser, die Kritik an der autoritären Regierung von Abbas haben, verhaftet werden – ganz zu schweigen von denen im Gazastreifen, wo die Hamas ihre Gegner einfach hinrichten lässt – dann gibt es keine Reaktion von Seiten der BDS. Wenn die Assad-Armee palästinensische Flüchtlingslager in Syrien bombardiert, dann gibt es keine Reaktion von BDS. Dies macht deutlich: Es geht dieser Kampagne nicht um die Rechte der Palästinenser, es geht ausschließlich um die Dämonisierung des jüdischen Staates.

Wer kann ein Land in der Geschichte der Menschheit nennen, das vergleichbaren Bedrohungen ausgesetzt war wie Israel und das eine bessere Bilanz bei der Einhaltung der Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit und der Vermeidung ziviler Opfer vorzuweisen hat?

Es gilt das, was Golda Meir schon einst sagte: „Frieden wird es geben, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen.“

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