Gegen den Al-Quds-Tag 2019 in Berlin

Am 1. Juni findet in diesem Jahr wieder der Al-Quds-Tag statt, der einst von Ayatollah Khomeini erfunden wurde, um für die bevorstehende Eroberung Jerusalems zu demonstrieren. Wir unterstützen den folgenden Aufruf des Antifaschistischen Berliner Bündnisses gegen den Al Quds-Tag:

Gegen jeden Antisemitismus – Kein Quds-Marsch 2019 in Berlin!

Am 01. Juni 2019 wollen auch in diesem Jahr mehrere hundert Antisemit*innen am sogenannten Al Quds-Tag in Berlin aufmarschieren. Sie demonstrieren für eine Eroberung Jerusalems (arabisch: Al Quds) und die Vernichtung Israels. Der Al Quds-Tag wurde 1979 im Rahmen der Islamischen Revolution im Iran als Feiertag ausgerufen und wird jährlich als Staatsakt am Ende des Ramadan abgehalten. Seitdem dient der Tag der iranischen Führung als islamistische Propagandaveranstaltung gegen den jüdischen Staat. Dabei wird sowohl versucht, sich als Widerstandsbewegung gegen den vermeintlichen Aggressor Israel, als auch den Quds-Tag zum „Kampftag für die Unterdrückten der Welt“ zu stilisieren. Mit der Forderung, dass „die Unterdrückten“ sich ausgerechnet gegen den jüdischen Staat zur Wehr setzen sollen, steht der Al Quds-Tag in einer antisemitischen Tradition: Die Idee einer jüdischen Weltverschwörung, die für alles Übel der Welt verantwortlich sei, ist zentraler Kern antisemitischer Ideologie. Anstatt einer tatsächlichen Solidarität mit Palästinenser*innen und ihren Lebensumständen geht es den Veranstalter*innen des jährlichen Quds-Marsches um die Dämonisierung Israels und der Machterhaltung des islamistischen Regimes, der Verbreitung seiner Ideologie in der Region und im Ausland. Für die Islamische Republik Iran ist Antisemitismus seit der Gründung im Jahr 1979 zentraler Bestandteil der Staatsideologie. Erst in diesem Jahr sprach der als gemäßigt geltende Präsident Hassan Rohani von einer Verschwörung Israels und der USA gegen den Iran und bezeichnete den jüdischen Staat bei einer Konferenz zur islamischen Einheit im November 2018 als einen „krebsartigen Tumor“.

Mit der Islamischen Revolution vor 40 Jahren wurden nicht nur regimestabilisierende Events wie der Al Quds-Tag eingeführt, sondern mit dem islamischen Scharia-Recht auch Gesetze mit einschneidender Wirkung für die iranische Bevölkerung. Kurz nach der Revolution, einige Tage vor dem Internationalen Frauentag 1979, wurde es den berufstätigen Frauen* verboten, unverschleiert zur Arbeit gehen. Staatliche „Sittenwächter” sorgen für die Einhaltung fundamentalistischer Regelungen in der Öffentlichkeit. Insbesondere Frauen* sind seither systematisch sexualisierter Gewalt ausgeliefert. Vergewaltigungen werden strukturell begünstigt und haben in der Regel immer ein Nachspiel für die Betroffenen. Gleichzeitig ist es oftmals fast unmöglich, die Täter dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Das Wort eines Mannes* steht dabei gesetzlich festgeschrieben immer über dem der Frau*. Obwohl sie Opfer eines Verbrechens wurden, kann ihnen das als strafbare Handlung ausgelegt werden – das wird dann mit den Vorwürfen des vorehelichen oder außerehelichen Geschlechtsverkehrs oder einfach mit den angeblich niedrigen Beweggründen der Heimtücke begründet. Im schlimmsten Fall droht Frauen* die Todesstrafe durch Steinigung. Als gesetzliches Eigentum von Männern*, entmündigt in Fragen von Sorgerecht, Scheidung und Reiseerlaubnis werden Frauen* im Iran zu Menschen zweiter Klasse erklärt. Mit alltäglicher Repression reagiert das Regime auch auf Gewerkschafter*innen, Menschenrechtsaktivist*innen, Angehörige religiöser und anderer Minderheiten wie z.B. die Bahai und Jesid*innen. Politische Gegner*innen werden inhaftiert und gefoltert. Neben der Abkehr vom Glauben gilt Homosexualität als schwerstes zu begehendes Verbrechen. Bei dem Vorwurf des homosexuellen Geschlechtsverkehrs droht die Todesstrafe, die, wie jüngste Berichte aus dem Januar 2019 zeigen, durch öffentliches Hinrichten vollstreckt wird.

Um den Protest von Betroffenen zu delegitimieren, werden sie nicht nur verhaftet und hingerichtet, sondern auch als Agent*innen des Westens, vornehmlich Israels dargestellt. Die explizit frauen*feindlichen und antisemitischen Politiken des Iran schließen sich dabei nicht etwa aus, sondern sind in einem engen wechselseitigen Verhältnis zueinander zu betrachten.
Dieses Zusammenspiel ist keineswegs eine Erfindung der Mullahs, sondern eng verbunden mit der Entwicklung des modernen Antisemitismus im 19. Jahrhundert in Europa, als Jüdinnen*Juden als „Rasse“ konstruiert und ihnen körperliche und geistige Eigenschaften zugeschrieben wurden. Der „jüdische Mann“ wurde im Kontrast zum „arischen Mann“ konstruiert. Dabei werden im Antisemitismus sexistische Abwertungen gegenüber Frauen* auf „jüdische“ Männer“ übertragen. Zugeschriebene Eigenschaften wie Verführungskünste und Unberechenbarkeit werden als Gefahr für den „arischen Mann“ und die Gesellschaft angesehen. Dementsprechend werden „jüdische Frauen“ als Gegenbild zur anständigen, nicht-jüdischen Frau, welche dem Mann folgsam dient und die Kinder großzieht, als das verführerische und wahlweise abstoßende „Andere“ konstruiert. Wenn auf dem Al Quds-Marsch Männer* die vorderen Reihen bilden, folgen ihnen Frauen*, zumeist mit den Kindern. Oftmals sind es dabei auch Frauen*, die misogyne und antisemitische Plakate tragen, die Jüdinnen*Juden in Karikaturen körperlich abwerten. Gleichzeitig dienen antisemitischen Gruppen wie dem BDS und der PFLP Frauen* als Galionsfiguren im Kampf gegen Israel. Anders als etwa von einigen queer*feministischen Gruppen dargestellt, stellen sie keineswegs die emanzipatorischen Kräfte innerhalb terroristischer Organisationen dar, sondern werden von letzteren desexualisiert. Denn in kämpfenden Einheiten mit patriarchalen Machtstrukturen gelten Frauen* als schwach und daher nicht geeignet für den Kampf gegen Jüdinnen*Juden.
Neben Jüdinnen*Juden dienen Frauen* allgemein als negatives Gegenbild zur antisemitischen und patriarchalen Norm. In den sexistisch-antisemitischen Diskursen charakterisieren List und Täuschung sowohl Jüdinnen*Juden als auch Frauen* generell und lassen sie als unberechenbar und gefährlich erscheinen. Dass vermeintlich Schwache sich zum Starken aufschwingen, gilt als unerhört und ungerecht. Nicht nur die politischen Kräfte des Irans versuchen dies zu verhindern.

Ungeachtet all dieser Zustände gratulierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem Regime im Iran zum 40. Jahrestag der Islamischen Revolution und steht damit symbolisch für die fatale deutsche Iran-Politik und ihre Doppelmoral. Während sich insbesondere sozialdemokratische Politiker*innen für feministische Positionierungen feiern lassen, zählt Deutschland weiterhin zu den wichtigsten Handelspartnern des antisemitischen Regimes. Außenminister Heiko Maas (SPD) setzte sich nach dem Inkrafttreten von US-Sanktionen im August 2018 intensiv für die Interessen deutscher Firmen im Iran ein. Zu den weiterhin laufenden Protesten iranischer Regimegegner*innen, verlor er dabei kein Wort. Während sich vereinzelt konservative bis rechte Politiker*innen um eine vorgeschobene Kritik am Antisemitismus und der Unterdrückung von Frauen* im Iran bemühen, verschweigen sie zugleich den Antisemitismus und patriarchale Zustände in Deutschland. Zu gerne wird von ihnen das Bild des “importierten” Antisemitismus und Sexismus bemüht, während Antisemit*innen in den eigenen Reihen stillschweigend geduldet werden und Frauen* weiterhin, etwa durch das Abtreibungsverbot per deutschem Gesetz, Rechte auf sexuelle Selbstbestimmung verwehrt werden. Während also (extrem) rechte Kräfte und weite Teile der deutschen Gesellschaft ihren „Kampf“ gegen Antisemitismus und sexualisierte Gewalt nur aus einer rassistischen Motivation heraus führen, leugnen und verstecken sie die eigene Verstrickung und Täter*innenschaft. Doch die Deutschen beweisen bis heute, dass sie keine Hilfe von außen brauchen um Jüdinnen*Juden zu bedrohen und eine patriarchale Gesellschaft aufrecht zu erhalten.

Glücklicherweise gibt es sowohl in fundamental islamistischen, als auch in bürgerlich-patriarchal verfassten Gesellschaften seit Jahrzehnten Feministinnen* und emanzipatorische Kräfte, die sich patriarchalen Strukturen entgegenstellen. Sie kämpfen gegen regressive Sexualmoral, normative Geschlechterbilder, rigiden Zugriff auf weibliche* Körper, Abwertung von Frauen* und alltägliche antifeministische, homo- oder transfeindliche Angriffe. So wurde weltweit in diesem Jahr wieder zum feministischen Bestreiken von prekärer Lohnarbeit sowie unbezahlter Care- und Reproduktionsarbeiten aufgerufen. Frauen* schließen sich zusammen und bekämpfen ihre Unterdrückung auf allen Ebenen. Im Iran lassen sich Frauen*, trotz der regressiv misogynen Gesetzgebung, ihr Recht auf Protest gegen die anhaltenden Zustände nicht nehmen. Aktionen wie das Ablegen von Kopftüchern werden trotz der zu erwartenden Repression in die Öffentlichkeit getragen. Im Januar 2018 gingen im Zuge der Proteste gegen das Regime im Iran die Bilder von Vida Movahed um die Welt, die aus Protest gegen die Islamische Republik und die repressive Kleiderordnung im Zentrum Teherans auf einen Stromkasten stieg – in ihrer Hand einen Stock, darauf ihr weißes Kopftuch. Auch nach 40 Jahren demonstrieren die iranischen Frauen* als eine der größten Protestgruppe weiterhin auf den Straßen, filmen sich bei öffentlichen Konfrontationen mit den Sittenwächtern und solidarisieren sich mit Verhafteten. Eine ihrer Parolen lautet wie damals: „Freiheit ist nicht östlich und nicht westlich, sie ist universell!“

Unsere Solidarität mit emanzipatorischen und feministischen Kämpfen ist für uns als Antifaschist*innen nicht verhandelbar. Nicht nur am Al Quds-Tag, sondern auch an jedem anderen Tag des Jahres gilt es, sich jeglicher Form von Sexismus und Patriarchat, Antisemitismus und Antizionismus entgegenzustellen. Antifaschismus bedeutet einzustehen für das Selbstverteidigungsrecht des Schutzraums von Jüdinnen*Juden, bedeutet Solidarität mit Israel gegen die tagtäglichen Vernichtungsdrohungen. Es gilt auch innerhalb feministischer Diskurse eine emanzipatorische Kritik am politischen Islam und seinen Vertreter*innen zu formulieren. Ebenso an der deutschen Doppelmoral in den Kooperationen mit diktatorischen Regimen wie dem Iran, an islamistischer Agitation in Deutschland und Europa. Antifaschismus heißt auch, sich all dem in den Weg zu stellen, ohne scheinheilige Zurückhaltung im Sinne einer angeblich größeren linken Sache oder kulturrelativistischem Appeasement. Dabei stehen wir insbesondere an der Seite der Verfolgten und der Opfer des politischen Islam und der islamistischen Regime, die vor Ort ihr Leben für Menschenrechte, Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung riskieren, wie an der Seite derjenigen, die vor Unterdrückung und Terror nach Deutschland geflohen sind.

Auch hier gilt es alltäglich, dem Patriarchat, dem rassistischen und antisemitischen Normalzustand den Kampf anzusagen!
In diesem Sinne:

Solidarität mit Israel und den emanzipatorischen Kräften im Iran!
Nieder mit dem Patriarchat und LGBTIQ*-Feindlichkeit!
Nieder mit dem Al Quds-Tag!
Kein Friede mit Deutschland!

Die antifaschistische Demonstration startet am 1. Juni 2019 um 12 Uhr am U-Bhf Wilmersdorfer Straße in Berlin-Charlottenburg.

Wir unterstützen auch die Kundgebung gegen den Quds-Marsch, die von Parteien, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen getragen wird und am 1. Juni um 15 Uhr am George-Grosz-Platz (Schlüterstr./Kurfürstendamm) stattfindet.

Podium zur Europawahl mit dem Schwerpunkt Antirassismus

Bei den anstehenden Europawahlen steht ein neuer Rechtsruck in europäische Haus: Die AfD, derzeit nur durch Jörg Meuthen im Europaparlament vertreten, wird wohl bundesweit zweistellig werden. Europaweit könnten die Kräfte rechts der Europäischen Volkspartei bis zu 25% holen. Bei den Hamburger Bezirkswahlen dürfte die AfD zulegen. Auch in den migrantischen Communitys nehmen reaktionäre Ressentiments zu und zweifelhafte Organisationen fungieren als Dialogpartner gegenüber der Politik.

Zeit über Rassismus und Antirassismus zu sprechen. Und: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

Der LAK Shalom Hamburg und die Hans-Böckler-Stiftung veranstalten hierzu eine Podiumsdiskussion.

Eingeladen sind:
Sabahattin Aras, Bezirksabgeordneter in Harburg, DIE LINKE.
Lydia Saheb Divani, Kommunalwahlkandidatin in Quickborn, FDP
Rosa Domm, Sprecherin der Grünen Jugend Hamburg, Bündnis 90/Die Grünen
Sorusch Ebrahimi, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen Hannover, SPD
Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschlands, CDU

Moderation: Sarah Rambatz und Jan Vahlenkamp

Organisiert durch Jasmin, Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung

Ort: Tschaikowsky-Saal, Tschaikowskyplatz 2, U-Bhf Messehallen

Zeit: Montag, 20. Mai 2019, 18 Uhr

Israel: 1948 – 2019

Israel vor den Wahlen 2019

Seit zehn Jahren ist Benjamin Netanjahu Ministerpräsident von Israel, keiner hielt am Stück am länger aus. Und auch im Vergleich der Gesamt-Amtszeiten steht Netanjahu kurz davor, im Juli David Ben Gurion einzuholen – falls er dann noch im Amt ist. Sah es Anfangs so aus, als könnte höchstens der Staatsanwalt seine Wiederwahl am 9. April verhindern, ist Netanjahu nun plötzlich mit einer ernsthaften Konkurrenz konfrontiert. Der politische Newcomer Benny Gantz führt plötzlich zusammen mit dem liberalen Oppositionspolitiker Jair Lapid die Umfragen an. Gleichzeitig tun sich am rechten Rand neue Bündnisse zusammen, während alte auseinander brechen. Die politische Linke scheint unterdessen kaum aus ihrer Agonie herauszukommen.

Wir wollen am 8. April um 18 Uhr einen Blick auf das israelische Parteienspektrum und den Verlauf des Wahlkampfes werfen. Wieso ist die Linke im Hintertreffen, wer sind Gantz und Lapid und was würde ein weiterer Wahlsieg von Netanjahus Rechts-Koalition, auch im Hinblick auf die globale Israel-Solidarität, bedeuten?

Im Anschluss an das Eingangsreferat von Jan Vahlenkamp werden wir für alle Interessierten eine Führung durch die Ausstellung 1948 anbieten. Die Veranstaltung findet statt im AStA-Infocafé, Von-Melle-Park 5.

 

Israel zur Zeit der Gründung 1948

Wie kein anderer Staat sieht Israel sich mit einem Informationskrieg konfrontiert und mit Vorwürfen, die in den allermeisten Fällen nicht der Wahrheit entsprechen, sondern plumpe Propaganda sind. Die antiisraelische Propaganda wird befeuert von einem teilweise fundamentalistischen, generell antidemokratischen und antiwestlichen Geist. Im Kern geht es um die Verbreitung von historischen Verzerrungen im Zusammenhang mit der Staatsgründung Israels. Kann man so hinnehmen wie vieles andere auch. Muss man aber nicht. 2018 feierte Israel seinen 70. Unabhängigkeitstag. Anlass genug, die geschichtliche Wahrheit zurückzuholen.

Mit einer fundierten, bundesweit geplanten Ausstellung unter dem Titel »1948. Die Ausstellung« möchten wir israelbezogenem Antisemitismus entgegenwirken. Sie zeigt mit historischer Gründlichkeit, was im Mainstream untergeht: Wie Israel wirklich entstand. Und entlarvt eine der absurdesten Propaganda-Kampagnen der Neuzeit.

Wir führen am Samstag, den 13. April um 16 Uhr durch die Ausstellung 1948 und geben somit einen Einblick in die Geschichte des jüdischen Staates. Die Ausstellung ist vom 1. – 30. April an der Uni Hamburg, Raum 0041, Von-Melle-Park 5 zu sehen.

„Der Untertan“ am 03.03.

Um uns auf die Veranstaltung „Antisemitismus und Männlichkeit bei Burschenschaften“ mit Veronika Kracher vorzubereiten – und uns einen kulturellen Input am Sonntagabend zu geben – schauen wir die Verfilmung von Heinrich Manns Roman „Der Untertan“. Es handelt sich um einen DEFA-Film von 1951. Die Vorführung findet im AStA-Infocafé statt.

Der Untertan

Nach dem Roman von Heinrich Mann, 1951

am 3. März 2019, 19 Uhr

AStA-Infocafé

Von-Melle-Park 5

Der Roman erzählt von Diederich Heßling als Beispiel für einen bestimmten Typ Mensch in der Gesellschaft des deutschen Kaiserreichs. Heßling ist obrigkeitshörig, feige und ohne Zivilcourage. Er ist ein Mitläufer und Konformist. Heinrich Mann erzählt mit ironischer Distanz Heßlings Lebensgeschichte von dessen Kindheit bis hin zur Sicherung seiner Stellung in der wilhelminischen Gesellschaft. Er wird dargestellt als unsicherer junger Mann, Student, Mitglied einer schlagenden Studentenverbindung, Stammtischagitator, Fabrikbesitzer, Kontrahent des Proletariats, Beherrscher der Familie, lokalpolitischer Intrigant und Verehrer des deutschen Kaisers Wilhelm II. An einer Kette solcher Episoden, denen Zitate aus Kaiserreden als Leitfaden dienen, wird Heßlings Aufstieg zu Einfluss und Macht dargestellt, wobei sich seine Persönlichkeit einerseits als Tyrann gegen Schwächere auslebt, andererseits als Untertan, der sich freudig höheren politischen Gewalten unterordnet.
Wikipedia

Brillante und beißende Satire auf den Untertanengeist und das als nationaler Chauvinismus missverstandene Preußentum – nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Mann. Staudtes künstlerisch überzeugendste Regiearbeit mit dem unter seiner straffen Leitung überragenden Werner Peters in der Titelrolle war, auch im Ausland, ein Renommiererfolg der DEFA.
Lexikon des Internationalen Films.

Veranstaltung: Die Burschenschaft – Sexualisierter Antisemitismus und deutsche Männlichkeit

„Antisemitismus und Männlichkeit bei Burschenschaften“ – eine Veranstaltung mit Veronika Kracher, in Kooperation mit dem AStA der Uni Hamburg und der Liste gegen Antisemitismus.

Montag, 4. März 2019, 18:30 Uhr, Universität Hamburg, Von-Melle-Park 9 (Fachbereich Sozialökonomie, Ex-HWP), Raum S07

Diederich Heßling fühlte sich wohlig geborgen in dem Halbdunkel des niedrigen altdeutschen Lokals, mit den Mützen an der Wand, angesichts des Kranzes geöffneter Münder, die alle dasselbe tranken und sangen, bei dem Geruch des Bieres und der Körper, die es in der Wärme wieder ausschwitzten. Ihm war, wenn es spät ward, als schwitze er mit ihnen allen aus demselben Körper. Er war untergegangen in der Korporation, die für ihn dachte und wollte. Und er war ein Mann, durfte sich selbst hochachten und hatte eine Ehre, weil er dazu gehörte! Ihn herausreißen, ihm einzeln etwas anhaben, das konnte keiner!“ Heinrich Mann: Der Untertan

Diederich Heßlings, seines Zeichens Untertan, Vorläufer des deutschen Faschismus, Paradebeispiel des autoritären Charakters, Burschenschaftler: als Figur zwar eine Kreation Heinrich Manns, als Charaktertypus jedoch von so vielen deutschen Männern vertreten.

Weder an diesen Männern, noch an der Institution „Burschenschaft“ hat sich seit der Veröffentlichung des „Untertans“ 1914 viel geändert. Nach wie vor ist der Männerbund (vor allem der schlagenden) Burschenschaft durch Elitedenken, Korpsgeist, die Abwertung des Weiblichen, Rassismus, Autoritätsgläubigkeit und Antisemitismus geprägt.

Historisch gesehen spielen in der Ideologie der Studentenverbindung, die ihre einst demokratischen und freiheitlichen Wurzeln bereits zum Wartburgfest 1817 den gleichen Flammen übergaben, denen man damals schon die Werke jüdischer SchriftstellerInnen übergab, eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung des modernen deutschen Nationalstaates, als auch damit einhergehend der ihm innewohnenden antisemitischen Ideologie, als auch einer spezifisch deutschen Vorstellung von Geschlechtlichkeit.

Bei dieser wird der stramme, deutsche und naturwüchsige Mann, wie er durch den archetypischen Burschen vertreten wird, dem effeminierten, impotenten Juden, dem Vertreter der pervertierten Moderne entgegen gesetzt, und steht somit stellvertretend für den nationalsozialistischen Kampf des deutschen Reiches gegen das internationale, kosmopolitische Jüdische.

Zudem kann das homoerotische Begehren, welches dem Männerbund innewohnt, sich aufgrund internalisiertem Hass gegen alles als weiblich, zärtlich und somit schwach verstandene nur sadistisch artikulieren: gegen die Untergebenen in der Verbindung einerseits, gegen die pathische Projektion des effeminierten Juden andererseits. In beiden Fällen wird man durch die massenpsychologische Erfahrung des Kollektivs in seinem Denken und Tun bestätigt.

Die Journalistin Veronika Kracher (konkret, taz, jungle world) analysiert in ihrem Vortrag „Die Burschenschaft: Sexualisierter Antisemitismus und deutsche Männlichkeit“ die historische Entstehung von Burschenschaften, setzt sich auf sozialpsychologische Art und Weise mit dem Männerbund und der ihm inhärenten Ablehnung des weiblichen Auseinander und erläutert, wieso das Bild einer spezifisch deutschen Männlichkeit als solches von Grund auf antisemitisch konnotiert ist.

Aufruf zur Demonstration: Gegen jeden Antisemitismus – Kein Quds-Marsch in Berlin!

Der LAK Shalom Hamburg unterstützt nachfolgenden Aufruf des Antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag:

22 Jahre – so lange schon ziehen Jahr für Jahr hunderte Antisemit*innen zum Al Quds-Tag durch Berlin. Sie demonstrieren für die Vernichtung Israels und seiner jüdischen Bewohner*innen. Ihren Marsch inszenieren sie als „Kampftag der Unterdrückten der Welt“. Doch ihr Kampf ist vor allem eines: ein Kampf gegen die Existenz von Jüdinnen*Juden. Ausgestattet mit den Symbolen der Hisbollah, des iranischen Regimes und anderer mörderischer Antisemit*innen werden sie auch 2018 wieder durch Charlottenburg ziehen.

39 Jahre – so lange ist es her, seit das islamistische Regime im Iran die Macht übernommen hat. Kaum an der Macht, rief Ayatollah Chomeini den Al Quds-Tag aus. Er rief alle Muslime weltweit dazu auf, am letzten Freitag im Ramadan für die Eroberung Jerusalems zu demonstrieren. Und bis heute folgen ihm Unzählige. In Teheran beim staatlich verordneten Feiertag, in London, in Wien und in Berlin. Der Kampf gegen Israel, so hieß es anlässlich des ersten Al Quds-Tages, stelle „das Hauptziel des langfristigen Jihad des iranischen Volkes gegen die Feinde der Menschheit dar“. Und so ist es bis heute. Der mörderische Antisemitismus ist konstituierender Bestandteil der Staatsideologie. Er äußert sich in den fortlaufenden Versuchen Atomwaffen gegen Israel zu beschaffen genauso, wie bei dem im Iran stattfindenden „Hourglass Festival“, bei dem in diesem Jahr die baldige Zerstörung Israels gefeiert werden und dessen Abschlusszeremonie am Al Quds-Tag stattfinden soll.
Aber nicht nur Israel wird seit 1979 vom Regime bedroht, auch unzählige Menschen im Iran selbst. Denn auch unter dem von der deutschen Appeasement Politik als Reformer angepriesenen Hassan Rohani müssen Homosexuelle fürchten öffentlich hingerichtet zu werden. Frauen werden eingesperrt und gefoltert, wenn sie gegen die religiös patriarchalen Vorstellungen der Mullahs verstoßen. Und alle, die ein Leben ohne den Islam führen wollen, müssen fürchten als Ungläubige verfolgt und getötet zu werden.

70 Jahre – seit 1948 bietet Israel allen Menschen, die als Jüdinnen*Juden verfolgt werden Schutz. Es ist ein Ort, an dem die Überlebenden der Shoah Sicherheit finden konnten. Es ist ein Ort, an dem unzählige Menschen, die aus den unterschiedlichsten Ländern vertrieben worden sind, frei von der Furcht leben können auf Grund ihres Jüdisch-Seins verfolgt zu werden. Es ist vor allem ein Ort, an dem der Schutz von Jüdinnen*Juden in den Händen ebenjener liegt. Die Geschichte hat gezeigt, dass es kein Verlass darauf gibt, dass andere Willens und in Lage dazu sind diesen Schutz zu garantieren. Und die Gegenwart bestätigt diese Erkenntnis. Die Bundesregierung hofiert regelmäßig das iranische Regime und aus Deutschland fließen aktuell riesige Summen in den Iran, die auch dazu beitragen, das Land auf einen Krieg gegen Israel vorzubereiten. Deutsche Exporte tragen dazu bei das Regime aufzurüsten. So wurde etwa mit Bestätigung des Bundeswirtschaftsministerium Material in den Iran geliefert, das dort zur Herstellung von Chemiewaffen genutzt werden kann.

73 Jahre – seit dem 8. Mai 1945 gibt es angeblich keinen Antisemitismus mehr in Deutschland. Auf wundersame Weise scheint sich an diesem Tag die Nation der Täter*innen, die Nation, die Auschwitz möglich gemacht hat, in eine Nation frei von Antisemitismus verwandelt zu haben. Antisemitismus findet seither nur noch in staubigen Geschichtsbüchern und bei alljährlichen Kranzabwurforgien Erwähnung. Und doch war er immer da. Er war 1959 da, als von Köln ausgehend in ganz Deutschland innerhalb eines Monats etwa 700 jüdische Einrichtungen von unbekannten Täter*innen mit Hakenkreuzen beschmiert wurden. Er war 1969 da, als Linke, um den Kommune 1 Gründer Dieter Kunzelmann, versuchten hunderte Shoah-Überlebende bei einer Gedenkveranstaltung am 9. November in Berlin-Charlottenburg mit einer Brandbombe zu verbrennen. Er war 1985 da, als Helmut Kohl am Grab von Männern der Waffen-SS einen Kranz niederlegte. Er war da, als im Freudentaumel der Wiedervereinigung von allen Seiten die Rufe nach einem Schlussstrich unter der deutschen Geschichte laut wurden. Und er ist heute da, wenn die Recherche und Informationsstelle Antisemitismus allein in Berlin über 1100 antisemitische Vorfälle in einem Jahr zählt.
In den letzten Jahren ist häufig die Rede von einem “importierten Antisemitismus”, der mit Geflüchteten aus muslimischen Ländern gekommen sei. Während also Rechtspopulist*innen und weite Teile der deutschen Gesellschaft den Kampf gegen Antisemitismus unter Muslimas*Muslimen nur aus einer rassistischen Motivation heraus führen, leugnen und verstecken sie den eigenen Antisemitismus. Doch die Deutschen haben auch nach 1945 immer wieder bewiesen, dass sie keine Hilfe von außen brauchen um Jüdinnen*Juden zu bedrohen.

12 Monate – vor einem Jahr waren wir das letzte Mal gegen den Al Quds-Marsch auf der Straße. Und auch in diesem Jahr werden wir wieder da sein. Wir werden demonstrieren gegen die Klerikalfaschist*innen, gegen die Verschwörungsideolog*innen, gegen alle, die am 9. Juni ihren antisemitischen Hass auf den Ku’damm bringen werden. Es steht zu befürchten, dass sie in diesem Jahr noch selbstbewusster auftreten. Vom Iran befehligte Truppen stehen in Syrien nicht weit von der israelischen Grenze, die Bundesregierung unterstützt das Regime in einer bislang unbekannten Intensität und die Hamas hat mit dem Marsch auf die israelische Grenze einen weltweiten PR-Coup gelandet.
Aber auch der anhaltende Widerstand gegen das iranische Regime hat Aufwind in diesem Jahr. Die Berichte über die massiven Proteste in den vergangenen Monaten haben gezeigt, dass das Regime im Iran nicht unhinterfragt bleibt. Symbolisch für das Streben nach Freiheit sind die Bilder von Frauen, die dem Beispiel von Vida Movahed folgten, die aus Protest gegen die repressive Ordnung im Zentrum Teherans auf einen Stromkasten stieg – in ihrer Hand einen Stock, darauf ihr weißes Kopftuch.

Heute – die Demonstration zum Al Quds Tag ist einer der größten antisemitischen Aufmärsche in Berlin. Für uns als antifaschistisches Bündnis ist deshalb klar: 22 Jahre Al Quds-Tag in Berlin sind 22 Jahre zu viel! Nicht nur am Al Quds-Tag, sondern auch an jedem anderen Tag des Jahres gilt es, sich jeglicher Form von Antisemitismus und Antizionismus entgegenzustellen. Antifaschismus bedeutet einzustehen für das Selbstverteidigungsrecht des Schutzraums von Jüdinnen*Juden, bedeutet Solidarität mit Israel gegen die tagtäglichen Vernichtungsdrohungen.
Es gilt, eine emanzipatorische Kritik am politischen Islam und seinen Vertreter*innen zu formulieren, an islamistischer Agitation in Deutschland und Europa, am Terror von Hamas und Hisbollah. Ebenso gilt es, den deutschen Kooperationen mit diktatorischen Regimen wie dem Iran entgegenzutreten und der finanziellen und politischen Förderung aus dem Iran gesteuerter Verbände, wozu die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden (IGS) und das Islamische Zentrum Hamburg gehören. Antifaschismus heißt auch, sich all dem in den Weg zu stellen, ohne scheinheilige Zurückhaltung im Sinne einer angeblich größeren linken Sache. Dabei stehen wir ebenso an der Seite der Verfolgten und der Opfer des politischen Islam und der islamistischen Regime, die seit Jahren vor Ort ihr Leben für Menschenrechte und Meinungsfreiheit riskieren.

Weg mit dem Al Quds-Tag!
Weg mit dem islamischen Regime!
Gegen jeden Antisemitismus!
Nie wieder Deutschland!
Solidarität mit Israel!

Antifaschistische Demonstration:
Samstag 9. Juni 2018 | 12.00 Uhr | Berlin
Auftaktkundgebung: U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße (Wilmersdorfer Straße Ecke Kantstraße)
Abschlusskundgebung: Adenauerplatz

Veranstaltung am 4. Mai: Wohin steuert der Nahe Osten?

Schon seit sieben Jahren herrscht Krieg in Syrien. Die Baathisten, die während dieses Krieges als die mit Abstand größten Massenmörder aufgetreten sind, werden diesen scheinbar gewinnen. Möglich wurde dies durch die massive Hilfe durch das Putin-Regime, die Hisbollah und die Islamische Republik Iran. Letztere hadert zwar mit massiven Aufständen im Inneren, verfolgt aber weiter eine expansionistische Strategie, um ihre Rolle als Regionalmacht auszubauen. Dabei macht sie aus keinen Hehl aus ihrem Ziel, der Vernichtung Israels. Gleichzeitig liefert sich der Iran im Jemen einen Stellvertreterkrieg mit der anderen Regionalmacht Saudi-Arabien. Erdogans Türkei, die im Inneren praktisch nichts mehr mit einer Demokratie zu tun hat, hat unterdessen mit russischem Segen die kurdische Selbstverwaltung angegriffen. Und auch für die Unabhängigkeitsbestrebungen in Irakisch-Kurdistan sieht es schlecht aus. Völlig unklar ist indes, welche Rolle die Vereinigten Staaten in Zukunft im Nahen Osten gedenken zu nehmen.

Um über all diese Themen zu sprechen, haben wir Thomas von der Osten-Sacken eingeladen. Er ist seit vielen Jahren als Publizist zum Thema Nahost tätig und schreibt unter anderem für die Jungle World, Die Welt und taz. Zum Nahostkonflikt erklärt er: „Es gilt Stellung zu beziehen. Denn die Auseinandersetzung ist nicht eine zwischen Kulturen oder Religionen, sondern eine zwischen Freiheit und Tyrannei.“ Thomas von der Osten-Sacken ist außerdem Geschäftsführer bei WADI e.V., einem Verein, der sich seit 1992 Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit in Irakisch-Kurdistan auf die Fahnen geschrieben hat. WADIs Kredo dabei ist: „WADI war und ist dabei immer parteiisch: Wir unterstützten damals wie heute jene, die sich gegen das Diktat einer Regierung, Partei oder Bewegung für eine bessere Zukunft einsetzen und selbst aktiv werden. “ Osten-Sacken lebt in Frankfurt und Sulaimaniyya.

am 4. Mai 2018, 19 Uhr

Klabauter Theater

Jungestraße 7a • Ecke Klaus-Groth-Straße • U/S-Bahnhof Berliner Tor

„Warum Israel“ am Yom Ha’atzmaut

Am 29. November 1947 hatte die Vollversammlung der Vereinten Nationen mehrheitlich die Aufteilung des bisherigen britischen Mandatsgebietes Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat, bei gleichzeitigem Abzug der britischen Armee, beschlossen. Während die jüdische Seite dieser Zwei-Staaten-Lösung zustimmte, wurde sie von arabischer Seite abgelehnt.

Das britische Mandat endete am 14. Mai 1948 (entsprechend dem 5. Ijjar 5708 jüdischer Zeitrechnung) um Mitternacht. Da der darauffolgende Tag jedoch ein Shabbat war und für religiöse Juden auch politische Aktionen dann nicht denkbar sind, wurde die Ausrufung des neuen Judenstaates auf den Nachmittag vorgezogen. Gegen 16 Uhr fand sich der Jüdische Nationalrat unter Führung von David Ben Gurion im Stadtmuseum von Tel Aviv ein. Obwohl der Ort bis zuletzt geheim gehalten wurde, versammelte sich eine großer Menschenmenge vor dem Gebäude. Die Unabhängigkeitserklärung des neuen Staates Israel orientierte sich an der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Nach fast 2000 Jahren Vertreibung, Diaspora, Verfolgung und Holocaust proklamierten Juden wieder einen Staat auf historischen Grund. Die Unabhängigkeitserklärung schloss mit einem Appell an die arabische Bevölkerung Palästinas, den Weg der friedlichen Kooperation zu gehen.

Doch dieser wurde nicht gewählt. Unmittelbar nach Abzug der Briten erklärten sämtliche Nachbarstaaten und der Irak Israel den Krieg. Wohl niemand rechnete damit, dass dieser gerade erst gegründete Staat in der Lage ist, sich gegen so übermächtige Feinde zu verteidigen. Es war der absolute Wille nach dem Holocaust nie wieder vertrieben zu werden einerseits, wie auch die völlige Unkoordiniertheit der sich untereinander zutiefst misstrauenden arabischen Nationen andererseits, die diesen Sieg Davids gegen Goliath möglich machten. Die arabische Bevölkerung, die sich später Palästinenser nennen sollten, wurden nicht zum letzten Mal Opfer der Kurzsichtigkeit ihrer politischen Führung.

Seit dieser Zeit wird in Israel jährlich am 5. Ijjar der Yom Ha’atzmaut, der Tag der Unabhängigkeit gefeiert, in diesem Jahr am 19. April. Der LAK Shalom Hamburg nutzt den 70. Jahrestag dieser Unabhängigkeit für eine Filmvorführung:

Warum Israel

Dokumentarfilm von Claude Lanzmann, 1973

am 19. April 2018, 20 Uhr

Vor-Ort-Büro Hansaplatz

Zimmerpforte 8

Claude Lanzmann ist französischer Jude, der ohne Bezug zur jüdischen Religion oder Kultur aufgewachsen ist und diese Identität nur in Form von Antisemitismus erlebt hat. In seiner Dokumentation stellt er verschiedene Stimmen im damals 25 Jahre jungen Staat Israel vor. Er ist auf der Suche nach der jüdischen Normalität. In Hamburg erregte der Film im Jahr 2009 einigen Wirbel, als ein antisemitischer Mob aus dem Umfeld der B5 eine entsprechende Vorführung verhinderte.